


Technische Ausstattung
Orthokin® /IRAP®-Therapie
Gibt es eine Möglichkeit Gelenkknorpel bei Pferden zu regenerieren?
Es ist mit Sicherheit der Traum eines jeden Tierarztes Arthrose beim Pferd durch die Regeneration des zerstörten Knorpels zu therapieren. Heutzutage ist dies nur möglich bei Pferden, deren Knorpelschaden an der Oberfläche des Knochens lokalisiert ist. Bereits seit dem Jahr 2001 arbeitet das Team unserer Klinik zusammen mit Humanmedizinern um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.
Mit der biotechnologischen Behandlung mittels ORTHOKIN® ist es unserem Team zum ersten Mal gelungen Gelenke zu regenerieren und den angegriffenen Knorpel zu stabilisieren. Bis zu diesem Zeitpunkt war die gängige Methode ein Gelenk mit anti- entzündlichen Medikamenten zu behandeln, wie zum Beispiel mit Kortison. Diese Sorte von Medikamenten ist jedoch lediglich dazu in der Lage die Entzündung im Gelenk zu reduzieren, sie hat keinerlei direkten heilenden oder schützenden Effekt auf den Knorpel.
Ein ähnliches Problem stellt die Behandlung mit der Hyaluronsäure, oder auch „künstliche Gelenkschmiere“ genannt, dar. Diese künstliche Gelenksflüssigkeit stellt jedoch nur einen kleinen Bestandteil in einem gesunden Gelenk dar und ist für den Gelenkstoffwechsel mitverantwortlich. Sie reduziert kurzfristig die Entzündungszeichen in den betroffenen Gelenken und spielt eine Rolle in Bezug auf die Stabilisierung des gestörten Stoffwechsels. Jedoch hat die Hyaluronsäure keinen Einfluss auf die Struktur des Gelenkknorpels. Aufgrund dieser Tatsache entwickelte die Firma ORTHOGEN®, Deutschland eine neue therapeutische Methode. Das Ziel war positive, natürliche körpereigene (autologe) Substanzen zu nutzen, welche sich in allen menschlichen und tierischen Körpern finden, um ein verletztes Gelenk zu kurieren.
Beim Menschen ist Osteoarthritis mit einer starken degenerativen Veränderungen des Gelenkknorpels ein häufiges Problem. 1997 wurde deshalb ORTHOKIN® beim Menschen eingeführt. Aus dem eigenen Blut des Patienten wird über ein besonderes biotechnologisches Verfahren ein Serum gewonnen, dass dann in die betroffenen Gelenke direkt eingespritzt wird. In diesem Serum befinden sich am Ende der Bearbeitung unter anderem eine erhöhte Konzentration an positiven Cytokinen, insbesondere der Interleukin Rezeptor Antagonist IL-1Ra und auch verschiedene Wachstumsfaktoren, die so genannten grotwh factors. Das ORTHOKIN®- Serum kann direkt in Gelenke gespritzt werden. Es kann aber ebenso eingefroren und gelagert werden für eine wiederholte Behandlung. Das Team um Dr. Weinberger hat mit seiner Arbeit die Basis gelegt für die Angleichung dieser Humantherapie für Pferde. Seit 2001 wurden mehrere tausend Injektionen in Pferdegelenke vorgenommen, die verschiedene Stadien der Entzündung und Knorpelprobleme zeigten, mit einer sehr hohen Erfolgsrate. Nach Überprüfung der Sicherheit und der positiven Resultate von dieser Behandlung hat die ORTHOKIN®- Firma entschieden diese Behandlung für Pferde auszubauen und hat das Produkt IRAP® genannt. Zusätzlich wurden in verschiedenen Ländern wissenschaftliche Studien durchgeführt. Prof. Wayne McIllwraight der Colorado State Universität, USA und Dr. Frisbie zeigten in einer weitläufigen Studie, dass die Therapie mit ORTHOKIN® keinerlei Nebenwirkungen enthält und, dass es positive Veränderungen im Knorpel gab. Aus diesen Gründen verwenden mehr und mehr Veterinärmediziner auf der ganzen Welt IRAP®.
Für welche Gelenksprobleme kann IRAP verwendet werden?
Grundsätzlich kann IRAP bei jeder Art und in jeder Stufe einer Gelenksentzündung verwendet werden. Die allgemein genutzten Medikamente (Kortison, Hyaluronsäure/ künstliche Gelenkschmiere etc.) werden nach wie vor in einem akuten, frischen Zustand einer Gelenksentzündung verwendet, da der Aufwand und die Kosten bei der Verwendung von IRAP® noch relativ hoch ist. Wenn das Gelenk mit „regulären“ Medikamenten ohne Erfolg vorbehandelt wird, oder sich die Entzündung verschlimmert, greifen viele unserer Kunden auf IRAP® zurück. Oftmals ist es nach einer Gelenkspiegelung/ Arthroskopie sinnvoll das Gelenk mit IRAP® zu behandeln, um das Gelenk bei der Regeneration der Knorpelschäden zu unterstützen. Ebenso fragen uns Kunden nach einer Behandlung mit IRAP® in scheinbar hoffnungslosen Fällen, basierend auf dramatischen Röntgenbefunden oder auch wenn jede andere erhältliche Behandlung versagt hat. Sogar in diesen Fällen sind wir immer wieder überrascht über die positiven Ergebnisse ungeachtet der schlechten Prognose. Seit wir die Möglichkeit besitzen MRI- Untersuchungen an Pferden durchzuführen, können bereits kleine Knorpelschäden in Gelenken frühzeitig erkannt werden und in diesen Fällen bieten wir die IRAP®- Behandlung mit guten Resultaten an. Besonders beruhigend ist, dass trotz mehrerer tausender Injektionen bisher keine negativen Nebenwirkungen beobachtet werden konnten.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine IRAP®- Behandlung im Falle Ihres Pferdes nützlich sein kann, zögern Sie nicht uns unter IRAP@pferde-klinik.info zu kontaktieren.
